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Wenn der Körper „Nein“ sagt: Wie Du mit Schmerzen beim Musizieren umgehst

  • 31. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Als Musikerinnen und Musiker stehen wir täglich unter dem Druck, Höchstleistungen zu erbringen. Wir feilen an feinsten Nuancen, verbringen Stunden im Proberaum und möchten auf der Bühne glänzen. Doch was passiert, wenn das Musizieren plötzlich wehtut?

Ob Ziehen im Unterarm, Verspannungen im Nacken, Probleme mit dem Ansatz oder eine plötzliche Blockade – Schmerzen beim Spielen oder Singen sind für viele ein absolutes Tabuthema. Oft mischt sich in den körperlichen Schmerz die Angst vor dem Kontrollverlust, Schuldgefühle oder die Sorge um die eigene musikalische Zukunft.


Doch die wichtigste Botschaft vorweg: Schmerz bedeutet nicht das Ende Deiner Karriere. Er ist ein Warnsignal Deines Körpers – ein Alarmsystem, das Dich schützen möchte.


Was sagt die Wissenschaft? Du bist absolut nicht allein!


Falls Du gerade mit Beschwerden kämpfst, denkst Du vielleicht: „Warum trifft es ausgerechnet mich?“ Die Daten zeigen jedoch ein ganz anderes Bild: Schmerzen im Musikberuf sind kein Einzelfall, sondern fast schon der Normalfall.


Wissenschaftliche Untersuchungen bei Berufsmusikern und Orchester-Mitgliedern zeigen erschreckend hohe Zahlen:


  • Bis zu 88 % aller professionellen Musikerinnen und Musiker geben an, im Laufe ihrer Karriere unter spielbedingten Schmerzen oder Muskel-Skelett-Erkrankungen (Playing-Related Musculoskeletal Disorders) zu leiden.

  • In einer bundesweiten Befragung unter deutschen Berufsorchestermusikern berichteten über 66 % von aktuell bestehenden oder chronischen Schmerzen.


Wo der Schmerz bei Orchestermusikern am häufigsten sitzt:

Plaintext

  [Rücken]            ████████████████████████ 70,0 %
  [Schultern]         █████████████████████▌  67,8 %
  [Nacken]            ████████████████████    64,1 %
  [Hände/Handgelenke] ████████████▌         39,8 %

(Datenbasis: Befragung von n=740 Berufsorchestermusikern in Deutschland)


Diese Zahlen machen deutlich: Wer unter Schmerzen leidet, ist weder ungeeignet noch unfähig. Es zeigt lediglich, dass die körperlichen und mentalen Belastungen in unserem Beruf enorm sind.


1. Verstehe, was Schmerz wirklich ist


Schmerz entsteht im Gehirn als Antwort auf Nervensignale (Nozizeption), wenn der Körper eine potenzielle Gefahr wahrnimmt. Das Wichtige dabei: Schmerz ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Gewebeschaden. Manchmal führt eine feine Überlastung zu starken Schmerzen, während eine tatsächliche Sehnenreizung kaum spürbar sein kann. Schmerz ist multidimensional – Dein Stresslevel, Dein Schlaf, Deine Emotionen und Deine Glaubenssätze beeinflussen direkt, wie stark Du Schmerz empfindest.


2. Kein Platz für Schuld und Scham


Viele Musiker denken, sie hätten etwas „falsch gemacht“ oder nicht hart genug trainiert. Bitte mach Dir klar: Du hast zu jedem Zeitpunkt Dein Bestes gegeben mit dem Wissen, das Du hattest. Schmerz ist kein Versagen. Spitzensportler werden von ganzen Teams aus Ärztinnen, Physiotherapeuten und Mentaltrainern betreut – als Musiker erbringen wir körperliche Höchstleistungen auf demselben Niveau und verdienen dieselbe professionelle Unterstützung.


3. Finde die Ursachen an Deinem Instrument


Risikofaktoren für Spielverletzungen (wie Tendinitis/Sehnenscheidenentzündungen oder Repetitive Strain Injury) sind häufig:

  • Plötzliche Erhöhung der Übezeit

  • Ungünstige Haltung oder körperliche Asymmetrien (z.B. Kopfhaltung bei Violine/Flöte, Blick nach unten beim Klavier)

  • Zu wenige oder zu kurze Pausen

  • Zu hoher Anpressdruck (z.B. beim Ansatz von Bläsern)

  • Stress im Alltag oder mentale Anspannung

Überprüfe kritisch Deine Übegewohnheiten. Schaffe Raum für regelmäßige Pausen und passe Deine Haltung an.


4. Nutze anatomisch korrekte Bewegungsmuster (z. B. durch Timani)


Sehr viele Schmerzen entstehen schlichtweg dadurch, dass wir Muskeln nutzen, die gar nicht für die jeweilige Bewegung gedacht sind, während die eigentlich tragenden Muskeln „schlafen“. Reine Entspannung oder bloßes „Geradesitzen“ reichen hier meist nicht aus.


Genau hier setzt die Timani-Methode an: Sie vermittelt zielgerichtete, anatomisch fundierte Körper- und Muskelübungen speziell für Musikerinnen und Musiker. Wenn Du lernst, die richtigen Muskelgruppen bewusst zu aktivieren, verteilt sich der körperliche Druck völlig neu. Das Musizieren fühlt sich körperlich und auch mental mühelos an, Bewegungsmuster werden nachhaltig korrigiert und der Körper kann schmerzfrei musizieren. (Hinweis: Genau dieses gezielte anatomische Training ist ein fester Bestandteil meiner Arbeit im Coaching)



5. Stress reduzieren, Schlaf priorisieren und Selbstfürsorge leben


Körperliche Heilung findet im Nervensystem statt. Reduziere die mentale Belastung rund um das Musizieren:


  • Schlaf ist Regeneration: 7 bis 9 Stunden Schlaf sorgen nicht nur für körperliche Erholung, sondern helfen dem Gehirn im sogenannten „Off-Line-Processing“, neue Bewegungsabläufe abzuspeichern.

  • Ernährung & Trinken: Ausreichend Wasser und nährstoffreiche Nahrung geben Muskeln und Gehirn den nötigen Treibstoff.

  • Nervensystem beruhigen: Spaziergänge in der Natur, Meditation, Entspannungsbäder, sanftes Dehnen oder einfach Zeit mit Freunden – wähle Aktivitäten, die Dir wirklich Freude machen und nicht als weiterer Punkt auf Deiner To-Do-Liste stehen.


6. Genesung ist keine gerade Linie


Der Weg zurück zur vollen Leistungsfähigkeit verläuft selten linear. Es wird Tage geben, an denen es sich großartig anfühlt, und Tage, an denen der Schmerz wieder leicht auftaucht. Das ist ein völlig normaler Heilungsprozess („Trial and Error“ des Körpers). Nimm den Druck raus und gehe Schritt für Schritt vorwärts.


Dein Wert als Mensch geht über das Musizieren hinaus


Besonders wichtig als Coach für Musikergesundheit und Lampenfieber ist mir dieser Punkt: Du bist wertvoll – unabhängig davon, wie gut oder wie viel Du spielst.

Sehr oft identifizieren wir uns so stark mit unserem Instrument, dass eine Verletzung sich wie eine Bedrohung unserer gesamten Existenz anfühlt. Versuche, Deinen Selbstwert auch außerhalb der Musik zu verankern. Wenn Du lernst, Dich selbst als ganzer Mensch zu schätzen und Dir selbst Fürsorge entgegenzubringen, wirst Du nicht nur körperlich heilen, sondern auch mit einer völlig neuen Gelassenheit und Freiheit zurück auf die Bühne kehren.


Mein Tipp für Dich heute: Nimm Dir ein Blatt Papier und beantworte für Dich ganz ehrlich diese drei Fragen:

  1. Was ist eine kleine Sache, die ich heute für meine Gesundheit tun kann (z.B. früher schlafen, mehr trinken, spazierengehen)?

  2. Welche Stressfaktoren in meinem Alltag kann ich aktuell reduzieren oder weglassen?

  3. Welche Self-Care-Aktivität gibt mir wirklich Energie und Freude?


Die tieferen Ursachen: Warum Schmerz selten nur mechanisch ist


Viele Musikerinnen und Musiker versuchen, Schmerzen rein mechanisch zu lösen – mit Haltungskorrekturen, Massagen oder Technikanpassungen. Das ist oft hilfreich, aber bei weitem nicht die ganze Wahrheit.


Der Körper ist der Spiegel unseres Nervensystems. Wenn wir alte Überlebensmuster, unverarbeitete Emotionen, Schock- oder Entwicklungstraumata in uns tragen, stehen unsere Muskeln unter einer dauerhaften, oft unbewussten Grundspannung. Wenn dann der emotionale Druck vor Auftritten dazukommt, sagt der Körper irgendwann ganz deutlich „Nein“.

Schmerz und Leistungsdruck lassen sich daher selten von der eigenen Geschichte und dem inneren Erleben trennen.


Vom Druck im Körper zur Freiheit auf der Bühne


Körperliche Symptome, chronische Verspannungen und Auftrittsangst sind keine isolierten Probleme – sie entstehen tief in Deinem Nervensystem. Wenn Du verstehen möchtest, welche tiefere Ebenen (wie Traumafolgen, emotionale Blockaden und nervliche Regulation) hinter Schmerzen und Lampenfieber stecken und wie Du wieder mit voller Leichtigkeit spielen kannst, lade ich Dich herzlich ein:


In meinem 0 Euro Webinar „Aus Bühnenangst zu Spielfreude“ erfährst Du, wie Du diese tiefsitzenden Muster im Nervensystem erkennst, löst und Leistungsdruck nachhaltig in echte Freiheit auf der Bühne verwandelst:




 
 
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